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Die bisher ältesten Papierschnitte wurden bei archäologischen
Ausgrabungen in Kaoch' ang (China) gefunden. Diese Funde werden
auf die Zeit zwischen 514 und 551 datiert. Es handelte sich um gefaltet
geschnittene Scherenschnittrosetten mit geometrischen Mustern. Zum
Teil stellten sie Figuren z.B. von Pferden oder Affen dar. Wissenschaftler
fanden heraus, dass ähnlich geometrische Papierschnitte oder
solche mit aneinandergereihten Menschenfiguren in China oft ins
Grab gelegt wurden. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der
chinesische Papierschnitt immer mehr zu Volkskunst. Nebst dem Hobby-Papierschneider
gab es sogar professionelle Betriebe wo Stapelschnitte hergestellt
und auf dem Markt angeboten wurden.
In Europa ist der Scherenschnitt seit dem 17. Jahrhundert bekannt.
In der Schweiz stellten damals vor allem Klosterfrauen in der Zentral-,
Ost- und Westschweiz Spitzenschnitte her. Da diese feinen, zum Teil
filigranen Arbeiten oft mit Messern hergestellt wurden, handelt
es sich hier nicht immer um eigentliche Scherenschnitte.
Die Arbeiten des Holzfällers und Köhlers Johann Jakob
Hauswirth, der im 19. Jahrhundert lebte, sind wohl die berühmtesten
dieser Zeit. Er behandelte vorwiegend bäuerliche Themen und
gilt deshalb als "Vater" des zickzackartigen Alpaufzugs
im Scherenschnitt. Von ihm wird berichtet, er sei ein Riese mit
so grossen und dicken Fingern gewesen, dass er an den Ösen
seiner Schere grössere Drahtringe befestigen musste um damit
arbeiten zu können. Weitere Scherenschnitt-Generationen folgten
den Vorlagen von Hauswirth und stellten hauptsächlich Werke
mit bäuerliche Themen her. Heute versteht man darunter einen
"Traditionellen" Scherenschnitt.
Die heutigen Scherenschnitt-Generationen gehen eigenwillige neue
Wege. Der Scherenschnitt wurde schlagartig so beliebt, dass 1986
der 'Verein der Freude am Scherenschnitt' gegründet wurde.
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