Etwas zur Geschichte...
 

Wie lange es die Schneidekunst gibt, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Tatsache ist, dass vor 1500 Jahren in China bereits Papierschnitte angefertigt wurden. Erst im 17. Jahrhundert kamen die Scherenschnitte in die Schweiz.

Es gibt reichlich Beweise, dass die Schneidekunst bei Weitem vor der Erfindung von Papier existierte. Zum Beispiel wurde ein Lederschnitt in einem Grab in China geborgen, den die Experten auf 476- 422 vor Christi datieren.

Die bisher ältesten Papierschnitte wurden bei archäologischen Ausgrabungen in Kaoch' ang (China) gefunden. Diese Funde werden auf die Zeit zwischen 514 und 551 datiert. Es handelte sich um gefaltet geschnittene Scherenschnittrosetten mit geometrischen Mustern. Zum Teil stellten sie Figuren z.B. von Pferden oder Affen dar. Wissenschaftler fanden heraus, dass ähnlich geometrische Papierschnitte oder solche mit aneinandergereihten Menschenfiguren in China oft ins Grab gelegt wurden. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der chinesische Papierschnitt immer mehr zu Volkskunst. Nebst dem Hobby-Papierschneider gab es sogar professionelle Betriebe wo Stapelschnitte hergestellt und auf dem Markt angeboten wurden.

In Europa ist der Scherenschnitt seit dem 17. Jahrhundert bekannt. In der Schweiz stellten damals vor allem Klosterfrauen in der Zentral-, Ost- und Westschweiz Spitzenschnitte her. Da diese feinen, zum Teil filigranen Arbeiten oft mit Messern hergestellt wurden, handelt es sich hier nicht immer um eigentliche Scherenschnitte.

Die Arbeiten des Holzfällers und Köhlers Johann Jakob Hauswirth, der im 19. Jahrhundert lebte, sind wohl die berühmtesten dieser Zeit. Er behandelte vorwiegend bäuerliche Themen und gilt deshalb als "Vater" des zickzackartigen Alpaufzugs im Scherenschnitt. Von ihm wird berichtet, er sei ein Riese mit so grossen und dicken Fingern gewesen, dass er an den Ösen seiner Schere grössere Drahtringe befestigen musste um damit arbeiten zu können. Weitere Scherenschnitt-Generationen folgten den Vorlagen von Hauswirth und stellten hauptsächlich Werke mit bäuerliche Themen her. Heute versteht man darunter einen "Traditionellen" Scherenschnitt.

Die heutigen Scherenschnitt-Generationen gehen eigenwillige neue Wege. Der Scherenschnitt wurde schlagartig so beliebt, dass 1986 der 'Verein der Freude am Scherenschnitt' gegründet wurde.

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Werkzeug und Techniken
 

Dass mit einer normalen Schere keine so feinen Bilder geschnitten werden können, leuchtet ein. Es gibt spezielle 'Scherenschnitt-Scherli'. Machen Sie sich ein Bild über die verschiedenen Techniken.

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Portrait von Marie-Louise Nadig
 

Marie-Louise Nadig-Schmid ist aufgewachsen in Erlach und Bern. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt in Aesch bei Birmensdorf.

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Selbst Ausprobieren!
 

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